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Das Handwerkliche:


Es gibt viele Möglichkeiten auch einige handwerkliche Tätigkeiten auszuüben. Gerade, wenn die Geräte nicht so teuer sind, haben Sie einiges Verbesserungspotenzial und Sie trauen sich auch, das Ding einmal auseinander zu nehmen. Auch hierbei lernen Sie einiges. Natürlich sollten Sie vorsichtig mit optischen Geräten umgehen...

Aller Anfang ist schwer !?

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich mir, - immerhin nachdem ich mich bereits einigermassen mit dem Himmel vertraut gemacht habe -, ein Teleskop zugelegt habe und nun dachte: Jetzt habe ich alles, was ich zu einer Beobachtung des nächtlichen Himmels benötige.

Ich hatte auch von der Technik her alles, was man benötigt, vielleicht sogar noch etwas mehr. Allerdings fehlte mir doch noch das Wichtigste:

Die Erfahrung !!!

Bitte seien Sie nicht entäuscht, wenn doch noch gar nichts zusammen geht in der ersten Nacht. Verbuchen Sie dies unter interessanter Erfahrung, denn auch die nächsten Nächte werden noch nicht das bringen, was Sie vermutlich von dem schönen Anblick des Himmels durch ein Teleskop erwarten. Das Wichtigste: Bleiben Sie am Ball, lassen Sie sich nicht entmutigen. Ich selbst habe wahrscheinlich auch länger gebraucht als viel andere, die sich etwas besser vorbereitet haben. Dazu ein paar Erlebnisse von mir:

Orientierung
Hale-Bob:
Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich eines morgens im Frühjahr zur Beobachtung des Kometen Hale-Bob sehr früh (ca. 3 Uhr) aufgestanden bin und mit meiner recht neuen Ausrüstung, die ich bereits abends in mein Auto gepackt hatte zu einer vorher erkundeten Wiese gefahren bin. Dort angekommen packte ich die Sachen aus und wollte das Teleskop ausrichten. Also musste ich den Nordstern finden. Ich schaute nach oben.... und sah Sterne. Der ganze Himmel in einer Sternenpracht, die ich so noch nicht bewusst gesehen hatte. Die frühe Stunde und das sehr gute Wetter, das ein hervorragendes Seeing ergab, hatte mir die Orientierung genommen. Ich konnte nicht einmal mehr den “großen Wagen” als markanteste Sternenkonfiguration erkennen. Es dauerte über eine Viertelstunde, bis ich mich anhand der Gegend, die ich hier in etwa kannte, orientiert hatte. Dieses Erlebnis werde ich wohl so schnell nicht vergessen. Ich habe mir bis heute immer wieder bei solchen Beobachtungen die Mühe gemacht durch “Trockentraining” etc. die Aufstellung des Teleskopes vorher zu üben.

Teleskop ausrichten
Es ist unbedingt erforderlich, wenn Sie ein Objekt beobachten wollen, dass das Teleskop gut ausgerichtet ist. Hierzu gibt es einige Methoden, die bei der Ausrichtung hilfreich sind. Dies können Sie in diversen Publikationen, wie auch im Internet nachlesen (z.B. Scheiner - Methode). Mein Aha - Erlebnis hierzu habe ich erst relativ spät zu spüren bekommen, als ich nämlich meine ersten Versuche mit der Fotografie von Sternen, bzw. Nebeln durchgeführt habe. Auch hier war meine Ausrüstung mal wieder technisch auf der Höhe, aber ich wollte ja relativ schnell zu Ergebnissen kommen. So habe ich die Literatur zwar überflogen, aber nicht im Detail befolgt. Das Ergebnis war, dass meine schönen Langzeitbelichtungen in der Mitte den mitgeführten Stern schön zeigten, an den Rändern der Aufnahme allerdings die Sterne zu Streifen verzogen waren. Bei einer exakten Ausrichtung wäre dies anders gewesen...

Star Hopping
Sie werden eine weitere unangenehme Erfahrung machen, wenn Sie das erste Mal versuchen ein Himmelsobjekt durch das Teleskop aufzusuchen. Es ist noch sehr einfach, wenn dieses Objekt durch das Sucherfernrohr, das ja noch einen relativ großen Ausschnitt des Himmels zeigt, erkennbar ist. Versuchen Sie aber einmal den Ringnebel im Sternbild Leier in das Gesichtsfeld zu bekommen. Dann müssen Sie sich zu diesem Objekt hinhangeln. Langsam von Stern zu Stern, bis man in die Nähe des Objektes kommt und dann..., ja dann ist es manchmal nötig durch weiteres Abtasten der Umgebung das Objekt zu suchen. Um einmal den Dreh mit dem Positionieren des Teleskopes herauszubekommen, habe ich mehrere Beobachtungsnächte gebraucht.

Seeing
Es wird Ihnen auch die Erfahrung nicht erspart bleiben, dass eine sternenklare Nacht nicht immer gut für die Beobachtung ist. Es gibt Tage, an denen es sternenklar ist und Sie eine Sternenpracht mit bloßem Augen am Himmel sehen, die geradezu zum Beobachten einlädt; aber nicht mit “schwerem” Gerät, denn Teleskope haben die Eigenschaft, jede Luftbewegung auch mit aufzuzeigen und zu verstärken. Sind in den Schichten der Erdatmosphäre hier starke Luftbewegungen, große Unterschiede in den Temperaturen oder andere Verzerrungen vorhanden, dann ist mit zunehmender Vergrößerung durch ein Teleskop nur noch flimmern zu sehen. Unter dem Stichwort Seeing werden Sie auch hierzu in Literatur und Internet einiges finden können.

Es geht aber noch weiter

Wenn Sie dann einmal Gefallen an den Beobachtungen gefunden haben, dann kommt auch schnell der Wunsch, noch etwas mehr zu sehen...

Ich habe bei diesem Wunsch nicht den großen Katalog der Astro - Versandhäuser im Kopf, sondern meine Aktionen waren mangels Geld ein wenig mit eigenem handwerklichen Geschick verbunden. Heraus kamen eine standfeste Säule im Garten, die es mir leichter macht abends das Teleskop aufzustellen, ein Geräteträger auf dem Teleskop, der noch zusätzliche Geräte, wie Fotoapparat oder Zusatzoptiken aufnehmen kann und eine Taukappe, die die Optik vor dem Anlaufen in den recht feuchten Nächten hier in Mitteleuropa schützt.